Projekt Eindolung Goldbergbach

Auf der Grundlage eines Hochwasserschutzkonzeptes konnte 2016 aufgezeigt werden, dass eine Sanierung durch neue, ausreichend dimensionierte Rohrleitungen, ohne Bachoffenlegung erfolgen soll. Der Kanton stimmte dem Vorgehen zu. Vorgesehen ist den Zusammenfluss beider Bäche in der Falllinie (die Kirchgasse hinunter bis in die Rösslihaab) in eine grosse Leitung zu verlegen. Es stellt eine besondere Herausforderung dar, ein solches Bauwerk in diese enge und wohl älteste Gasse des Dorfes zu verlegen, in welcher bereits Leitungen aller anderen Werke (Wasser, Abwasser, EW und Erdgas) den Raum in Anspruch nehmen.

Projektinformationen

Der Goldbergbach und der Kürzibach entwässern die Geländekammer rund um die Weiler Bürgital und Goldberg, unmittelbar oberhalb des Dorfes. Das Einzugsgebiet dieser Bäche umfasst eine Fläche von etwa 0.25 km2. Der Goldbergbach fliesst oberhalb des Siedlungsgebiets in einer überwachsenen Geländemulde senkrecht zum Tal. Gespiesen wird er bei Trockenwetter von Quellwasser, das unmittelbar unterhalb der Bürgitalstrasse aufgrund des Hangdruckes an die Oberfläche tritt. Bei Regenfall führt er grössere Mengen Oberflächenwasser, das ihm seitlich und oberhalb zufliesst.

Bei der Einmündung des Goldbergwegs in die Alte Eschenbacherstrasse, oberhalb der Kirche, betritt der Bach das Siedlungsgebiet. Hier wird der Goldbergbach einer Leitung (Eindolung) zugeführt. Der Einlauf ist unmittelbar neben dem ehemaligen «Sprützenhüüsli». Ein grosser Kiesfang verhindert den Eintrag von Grobstoffen und Kies. Unmittelbar danach besteht im Strassenkörper ein Bauwerk, in welcher der Kürzibach zufliesst und gleichzeitig die Bachgewässer in die öffentliche Kanalisation entlasten, sobald das Aufnahmevermögen der nachfolgenden Bacheindolung überschritten ist. Diese Bacheindolung führt anschliessend quer unter dem Friedhof durch bis zur Kreuzgasse und dort in Falllinie bis zur Mündung im Hafenbecken, den Bahnhofplatz unterquerend.

Historische Karten und Bilder zeigen, dass der Bach früher als offenes Rinnsal am oberen Rand der Obergasse, unterhalb der Kirche Richtung Osten bis über das heutige Gebäude der Fischerei hinaus, als offener Strassengraben geführt wurde. Am Ende des Grabens wurde er in einer Leitung in Falllinie zum See geführt, wo er im Bereich des Haus Hirzen, damals noch seeanstossend, mündete.

Der Kürzibach entspringt westlich vom Goldbergbach, ebenfalls unter der Bürgitalstrasse, unmittelbar am Fuss der Reben. Auch er wird von Hangdruckwasser gespiesen und weist auch bei Trockenwetter einen geringen, jedoch gleichwohl stetigen Abfluss auf. Im Gegensatz zum Goldbergbach weist er keine naturbelassene Strecke auf, sondern quert unmittelbar nach Beginn das Aubrigstrasse in die Falllinie. Er fliesst hier im steil abfallenden Gelände offen bis zu einem Einlauf unmittelbar unterhalb der Häuserzeile südlich der Aubrigstrasse. Die nachfolgende Bacheindolung führt talwärts zur Einmündung der Kürzestrasse in die Alte Eschenbacherstrasse. In früheren Jahren erfolgte die Leitungsfortsetzung durch die Grundstücke unterhalb der Alten Eschenbacherstrasse bis zur Breitestrasse hinunter, um anschliessend, die Alten Eschenbacherstrasse kreuzend, oberhalb von ihr bis zur Zusammenführung mit dem Goldbergbach zu fliessen. Vor einigen Jahrzehnten wurde von der Einmündung Kürzestrasse eine neue Leitung, dem Strassenverlauf der Alten Eschenbacherstrasse folgend, verlegt.

Beide «Bachläufe» werden heute im Siedlungsgebiet nicht als solche wahrgenommen; sie wurden nach früherer Praxis beim Wachstum der Siedlung in Leitungen verlegt und mit der öffentlichen Kanalisation zusammengeführt. Spätestens seit der Umsetzung des Trennsystems und der Führung des Bachwassers in der «Meteorleitung» der öffentlichen Kanalisation, ist dieses Leitungssystem rechtlich als «öffentliches Gewässer» zu betrachten und nach dessen Anforderungen zu gestalten und dimensionieren. Eine Meteorleitung der Kanalisation wird für einen starken Regenfall, wie er alle fünf Jahre vorkommt, dimensioniert. Ein eingedolter Bach hingegen, für ein seltenes Niederschlagsereignis, wie es alle hundert Jahre vorkommt. Daraus ergeben sich völlig unterschiedliche Leitungsquerschnitte.

Nach dem Zusammenfluss beider Bäche besteht eine wasserbauliche Dimensionierungsgrösse bei einem seltenen Ereignis (HQ100) von 2.7 m3/s. Zu dessen Ableitung bedarf es eines Leitungsdurchmessers von 1000 mm vor. Der Durchmesser der bestehenden Eindolung über den Friedhof zur Kreuzgasse beträgt lediglich 400 mm. Der Querschnitt beträgt somit 16% des erforderlichen Durchmessers.

Aufgrund dieser Unterdimensionierung wird im Entlastungsbauwerk unmittelbar beim oberen Friedhofseingang Bachwasser als Überlauf der öffentlichen Kanalisation zugeführt. Dieser Überlauf findet aufgrund der ganz erheblichen Unterdimensionierung der Bacheindolung bereits bei jedem normalen Regenfall statt.

Was geschieht in der Folge in der öffentlichen Kanalisation? Auch diese wird somit bei jedem normalen Regelfall überlastet. Unmittelbar unterhalb der Kirche hat der grosse Mischwasserkanal, der das westliche Siedlungsgebiet entwässert, ebenfalls ein Entlastungsbauwerk. Denn die Leitung, die das Schmutz- und Meteorwasser der ARA zuführen soll, ist in der Transportleistung ebenfalls limitiert. Zudem ist die Flutung der Klärablage mit sauberem Bachwasser unerwünscht. Im Ergebnis wird das mit Bachwasser vermischte Schmutzwasser in einer Leitung die Kirchgasse hinunter, über ein Regenbecken, direkt in den See entlastet. Alleine 2019 wurde in über 90 Fällen verdünntes Schmutzwasser dem See zugeführt. Wesentlicher Anlass für dieses Projekt sind somit der Gewässerschutz in Verbindung mit dem Hochwasserschutz: Sauberes Bachwasser ist zwingend aus der öffentlichen Kanalisation fernzuhalten und in einer ausreichend dimensionierten Leitung direkt dem See zuzuführen.

Im August 2014 versperrte eine Steinplatte, die der tosende Bach aufgrund eines Unwetters im Umfeld des Baches mobilisiert und mitgetragen hat, den Einlauf der Eindolung. In der Folge ergoss sich der Bach die Alte Eschenbacherstrasse und Kirchgasse hinunter und setzte zahlreiche Keller unter Wasser. Dies war der klassische Fall einer sogenannten «Verklausung» im Übergang vom offenen zum geschlossenen Bachlauf. Auch diesbezüglich besteht hinsichtlich Hochwasserschutz Handlungsbedarf: Die Einläufe sind geeignet zu dimensionieren und zu gestalten.

Nicht zuletzt auch das Projekt einer Tiefgarage unter dem Dorfplatz ist ein weiterer Anlass zur Verlegung des Baches, da die Bachleitung heute den Platz mittig unterquert.

Auf der Grundlage eines Hochwasserschutzkonzeptes konnte 2016 aufgezeigt werden, dass eine Sanierung durch neue, ausreichend dimensionierte Rohrleitungen, ohne Bachoffenlegung erfolgen soll. Der Kanton stimmte dem Vorgehen zu. Vorgesehen ist, ab Zusammenfluss beider Bäche in der Falllinie, die Kirchgasse hinunter bis in die Rösslihaab, eine grosse Leitung zu verlegen. Es stellt eine besondere Herausforderung dar, ein solches Bauwerk in dieser engen und wohl ältesten Gasse des Dorfes zu verlegen, in welcher bereits Leitungen aller anderen Werke (Wasser, Abwasser, EW und Erdgas) den Raum in Anspruch nehmen.

Nähere Auskünfte erteilt der Technische Bericht und die Baupläne.

Begleitend zum Bauprojekt wird der Gewässerraum gemäss Gewässerschutzgesetz definiert. Er bezweckt die Bemessung des Gewässerraums für Fliess- und stehende Gewässer zu definieren sowie die zugelassene Bewirtschaftung und Nutzung dieses Raums vorzugeben. Er ist eigentümerverbindlich und entfaltet eine mit Baulinien vergleichbare Wirkung. Innerhalb des Gewässerraums sind keine Bauten und Anlagen toleriert, ausgenommen es bestehe ausdrücklich Bestandesgarantie.

Unter Berücksichtigung der finanziellen Ressourcen wurde darauf verzichtet die Eindolung des Kürzibachs baulich und hydraulisch zu sanieren. Zudem führt der Leitungsverlauf durch private Grundstücke, was zu erschwerten Bedingungen für eine rasche Umsetzung führt.

Ein Verzicht auf weitergehende Massnahmen am Kürzibach hätte jedoch die hohen Investitionen in den Goldbergbach obsolet werden lassen. Bei einem Unwetter würde der Goldbergbach bestimmungsgemäss in der neuen erweiterten Rohrleitung ohne Überlauf dem See zugeführt. Das gleiche Siedlungsgebiet würde jedoch gleichwohl beim gleichen Ereignis geflutet, wenn der Kürzibach infolge Verklausung oder sonstiger Rohrleitungshavarie überlaufen würde.

Daher soll die Alte Eschenbacherstrasse ab der oberen Breitestrasse baulich im Sinne von Objektschutzmassnahmen so modifiziert werden, dass der Überlauf im Strassenquerschnitt zu Tal geführt wird und in einem Einlaufrechen oberhalb des Parkplatzes des Schulhauses Sand dem Goldbergbach zugeführt wird.

Nähere Auskünfte erteilt der Technische Bericht und die Baupläne.

Begleitend zum Bauprojekt wird der Gewässerraum gemäss Gewässerschutzgesetz definiert. Er bezweckt die Bemessung des Gewässerraums für Fliess- und stehende Gewässer zu definieren sowie die zugelassene Bewirtschaftung und Nutzung dieses Raums vorzugeben. Er ist Eigentümerverbindlich und entfaltet eine mit Baulinien vergleichbare Wirkung. Innerhalb des Gewässerraums sind keine Bauten und Anlagen toleriert, ausgenommen es bestehe ausdrücklich Bestandesgarantie.

Nähere Auskünfte erteilt der Planungsbericht und der Sondernutzungsplan Gewässerraum.

Die Gesamtkosten für beide Projekte werden mit rund 2.25 Mio. Franken veranschlagt. Hiervon sind rund 1.45 Mio. Franken eigentliche Projektkosten; Fr. 150'000 Strassenbaukosten und Fr. 650'000 Kosten der verschiedenen Werke (Abwasser, Wasser, Gas, EW, usw.).

Beiträge sind zu erwarten durch den Bund an den Hochwasserschutz (rund Fr. 420'000), kantonales Tiefbauamt und SBB an die Durchlässe (rund Fr. 100'000) und weitere Dritte – EW, Gas, Kommunikation – an deren Werkleitungen (rund Fr. 210'000). Der Gemeinde verbleiben damit rund 1.5 Mio. inkl. der eigenen Werke wie Abwasser und Wasser. Da durch die Baumassnahmen an den Gewässern keine ökologischen Aufwertungen stattfinden, wie beispielsweise beim Aabach, zahlt der Kanton keine weitergehenden Beiträge.

Der Gemeinderat hat eine Kostenverlegung an die Betroffenen erwogen. Nach Prüfung des Sachverhalts kam er zum Schluss, dass er die ausbleibenden Kantonsbeiträge durch einen deutlich höheren Beitrag kompensieren müsste, um den Betroffenen, in Analogie zum Aabach höchstens rund 20% der gesamten wasserbaulichen Kosten, aufzuerlegen. Im Weiteren ergab die Überprüfung der Betroffenheit, die sich aus der Auswertung der Wirkungsräume aus der Gefahrenkarte ergibt, dass diese zu 75% öffentliche Institutionen sind (SBB, Kanton als Strassenträger, Kirchgemeinde und insbesondere die Gemeinde selber als Strassen- und Schulträger). Es wären letztlich knapp 5% Kosten zur Verlegung an einige wenige Private verblieben, die mit einem hohen Aufwand und verbunden mit Prozessrisiko hätten verteilt werden können.

  1. Im vorliegenden Mitwirkungsverfahren (vom 2. bis 30. November 2020) wird das Bauprojekt und der Sondernutzungsplan für die Gewässerraum-Ausscheidung den Betroffenen sowie der gesamten Öffentlichkeit zur Stellungnahme unterbreitet. Die Einwendungen werden in einem Mitwirkungsbericht festgehalten.
  2. Die Rückmeldungen, bzw. die Feststellungen und Anordnungen des Mitwirkungsberichts führen möglicherweise zu Anpassungen am Projekt.
  3. Im Anschluss genehmigt der Gemeinderat Auflageprojekt und Sondernutzungsplan, er ordnet die öffentliche Auflage an und formuliert den Kreditantrag an die Bürgerschaft.
  4. Im öffentlichen Auflageverfahren sind diejenigen zur Einsprache berechtigt, die ein besonderes Interesse geltend machen können.
  5. Die Bürgerschaft genehmigt den Kredit anlässlich der Bürgerversammlung (voraussichtlich 31. März 2021). Kreditgenehmigung und öffentliche Auflage können sich zeitlich überlappen.
  6. Nach Vorliegen des Kredits und Ablauf der öffentlichen Auflage wird das Projekt zur Genehmigung und zur verbindlichen Beitragszusicherung dem Kanton eingereicht.

Bei optimalen Projektablauf könnte im 3. Quartal 2021 die Submission der Arbeiten erfolgen und die Ausführung im Winter 2021/ 2022 angestrebt werden.

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Mitwirkung

Die Mitwirkung hat vom 02. November bis zum 18. Dezember 2020 stattgefunden. Die Politische Gemeinde Schmerikon dankt allen Teilnehmenden!