Dorfzentrum

(Zentrumsgestaltung – Ortsdurchfahrt – Tiefgarage)

Gemeinde und Kanton haben vier Teilprojekte gemeinsam vorangetrieben und koordiniert: die Ortsdurchfahrt, den Hauptperimeter der Zentrumsgestaltung beinhaltend den Dorfplatz und die Bahnhofstrasse, den Nebenperimeter beinhaltend die Parkflächen zwischen Bahnhof und Seefeld sowie die Tiefgarage unter dem Dorfplatz. Dadurch soll das Dorfzentrum für Schmerknerinnen, Schmerkner, öV-Benutzende, Konsumentinnen und Konsumenten und Besuchende deutlich attraktiver werden. Unsere Visitenkarte soll ein Ort der Begegnung mit hoher Aufenthaltsqualität sein, anstelle eines lieblosen, unstrukturierten und überdimensionalen Parkplatzes mit gefährlicher Verkehrsführung. Das national geschützte Ortsbild soll besser zur Geltung gebracht werden. Die Bürgerschaft von Schmerikon hat am 26. September 2021, durch Zustimmung zum Baukredit zu diesem Generationenwerk aus unterirdischer Tiefgarage, disponiblem Dorfplatz und verbesserter Verkehrsführung der Bahnhofstrasse Stellung bezogen. Das Projekt Kantonsstrasse mit der Verschiebung weg von der Häuserzeile nach Süden ist technisch und rechtlich eng mit dem Gemeindeprojekt verknüpft. Damit erhöht Schmerikon die Attraktivität dieser Häuserzeile und der gesamten Kernzone als Einkaufs- und Wohnort.

Das Projekt ist finalisiert worden und wurde vom 8. November bis zum 7. Dezember 2023 öffentlich aufgelegt. Aufgelegt wurden vier Dossiers:

  • Zentrumsgestaltung (Dorfplatz, Bahnhofstrasse und Seefeld)
  • Teilstrassenplan Zentrumsgestaltung und Ortsdurchfahrt
  • Tiefgarage (öffentliche Einstellhalle unter Dorfplatz)
  • Kantonsstrassenprojekt (Strassenraum und Ortsdurchfahrt Schmerikon)

Aktuell finden die Einspracheverhandlungen statt.

Ein Baubeginn wird nicht vor 2029 erfolgen.

Ein Initiativkomitee hat ein Initiativbegehren eingereicht, das die Aufhebung dieses Beschlusses beantragt. Die Initiative ist zustande gekommen und wird der Bürgerschaft zur Urnenabstimmung am 27. September 2026 unterbreitet.

Bei einer Annahme der Initiative würde das Projekt nicht umgesetzt. Bei einer Ablehnung wird die schnellstmögliche Realisierung angestrebt.

Projektinformationen

Landerwerb SBB und Eröffnung A15

Mit der Erneuerung des gesamten Bahnhofs im Zeitraum von 2004 - 2007 hat die politische Gemeinde von der SBB grössere Flächen erwerben können. Dies eröffnet die Chance, diesen bedeutungsvollen Platz aktiv zu gestalten. Zudem führte die 2004 in Betrieb gegangene A53 (neu A15) zu einer signifikanten Reduktion des Durchgangsverkehrs. Der Kanton stellte in Aussicht, den gesamten Strassenraum der Kantonsstrasse als flankierende Massnahme neu zu gestalten. Dadurch sollte der Verkehr beruhigt und möglichst auf die Umfahrungsstrasse gelenkt werden. Bis auf den Abschnitt der entlang des zentralen Dorfplatzes verläuft, sind diese baulichen Anpassungen erfolgt.

Der Gemeinderat hat unter Beteiligung des kantonalen Tiefbauamtes schon 2005 in einem breit angelegten Mitwirkungsverfahren (Forum Gestaltung Ortszentrum) ein Gestaltungskonzept und eine neue Linienführung der Strasse entworfen. Ein erstes Vorprojekt im Jahr 2008 wurde nach teils negativen Rückmeldungen aus der Bevölkerung sistiert. In den nachfolgenden Jahren wurden mit einfachen mobilen Elementen verkehrsberuhigende und verkehrslenkende Massnahmen auf dem Platz umgesetzt.

Studienauftrag und Machbarkeit der Tiefgarage (2014 - 2016)

2014 wurde das Projekt mittels einem selektiven, nicht anonymen Studienauftrag mit Bewerbungsverfahren nach SIA wiederaufgenommen. Auf Empfehlung eines Beurteilungsgremiums wählte der Gemeinderat aus vier Planungsstudien das Projekt EGLIFISCH als Sieger. Vor der Weiterbearbeitung liess der Gemeinderat 2016 mit positivem Ergebnis die Machbarkeit einer Tiefgarage unter dem Dorfplatz prüfen. Anlässlich der Bürgerversammlung vom 3. April 2017 genehmigte die Bürgerschaft einen Projektierungskredit über CHF 670'000 auf Basis des Siegerprojektes. Anfang 2018 lag das Ergebnis des Vorprojekts vor, welches nach öffentlicher Präsentation einem Einwendungsverfahren (heute Mitwirkungsverfahren) unterstellt wurde.

Bauprojekt und Baukredit

Ab 2019 erfolgte die Bauprojektierung. Hierbei reduzierte der Gemeinderat den üblichen Planungsumfang. Er tat dies mit der Absicht, der Bürgerschaft die erforderliche Planungstiefe und Kostengenauigkeit für einen verbindlichen Entscheid zu unterbreiten, ohne Aufwendungen für die Detailplanung zur Genehmigung und Ausführung zu betreiben, die auch nach der Kreditgenehmigung möglich sind. Der Abschluss des Bauprojekts «minus» und die Abstimmung über den Baukredit verzögerte sich infolge der Pandemie. Am 26. September 2021 stimmten 53% der Stimmberechtigten bei einer Stimmbeteiligung von 61% dem Baukredit über CHF 12’372'000 zu.

Auflageprojekt

Zwischen 2021 und 2023 wurde das Auflageprojekt finalisiert. Die Reduktion des Planungsumfanges im Vorfeld der Kreditabstimmung erforderte einen höheren Aufwand als bei der üblichen Weiterentwicklung eines Bau- zu einem Auflageprojekt. Verzögernd wirkte sich aus, dass der Gemeinderat in dieser Phase ein neues Landschaftsarchitekturbüro beauftragte. Vom 8. November bis zum 7. Dezember 2023 wurde das Projekt öffentlich aufgelegt.

Schnittstelle stärken

Das Dorfzentrum ist Ein- und Ausgangspunkt zum schönen Seedorf und wichtigster Umsteigeknoten als Schnittstelle zwischen allen Verkehrsträgern. Die sichere Erreichbarkeit mit Auto, Bus, Velo oder zu Fuss ist zu stärken. Die grosszügige Anzahl öffentlicher Parkplätze ist aufrecht zu erhalten. Die Anzahl Veloabstellplätze ist zu erhöhen und der Bus ist optimal einzubinden.

Herz des Dorflebens

Als Begegnungs- und Veranstaltungsort beherbergt der Dorfplatz Chilbi, Weihnachtsmarkt und Slow up. Weitere sollen dazu kommen. Der Dorfplatz und das verbreiterte Trottoir entlang der Hauptstrasse als Ort der Begegnung sollen einladen zum Verweilen und als Scharnier zur Kernzone, zum Bahnhof und zum Seeufer dienen.

Aufwertung

Das Ortsbild von nationaler Bedeutung ist durch den neuen Dorfplatz und die neue Strassenführung stark aufzuwerten. Für Hausbesitzende und Bewohnende im Dorfkern ohne eigene Parkplätze, soll die neue Tiefgarage wettersichere Dauerparkplätze in Gehdistanz bieten. Die Attraktivität der Wohnhäuser in der Kernzone ist zu fördern.

Vier Teilprojekte liegen vor. Die Ortsdurchfahrt, der Hauptperimeter der Zentrumsgestaltung beinhaltend den Dorfplatz und die Bahnhofstrasse, der Nebenperimeter beinhaltend die Parkflächen zwischen Bahnhof und Seefeld sowie die Tiefgarage unter dem Dorfplatz. Die Ortsdurchfahrt steht im Eigentum und Unterhalt des Kantons, entsprechend ist das kantonale Tiefbauamt der Planungsträger. Für die übrigen drei Teilprojekte zeichnet die Politische Gemeinde Schmerikon verantwortlich. Die Verzahnung der Teilprojekte lässt die Realisierung nur als Gesamtprojekt zu. Daher erfolgt die Auflage der Genehmigungsprojekte des Kantons und der Gemeinde koordiniert.

Wesentliche Merkmale des Projekts sind:

  • Durch die Südverschiebung der Hauptstrasse entsteht ein grosszügiges breites Trottoir vor der Häuserfront und den Geschäften, mit der Möglichkeit zur Nutzung als Vorplätze.
  • Die Erstellung eines Mehrzweckstreifens auf der Hauptstrasse schafft Platz für Abbiegevorgänge und für Querungen zu Fuss. Der Verkehr wird durch die optische Verengung beruhigt, ohne dass die Strasse ihre übergeordnete Eigenschaft als Durchgangsstrasse und Sondertransportroute einbüsst. Spezialbeläge reduzieren die Lärmimmissionen.
  • Die Bushaltestellen werden auf der Fahrbahn angeordnet und barrierefrei ausgebildet.
  • Kurzzeitparkplätze werden vor den Geschäften, in der Tiefgarage unmittelbar bei der Ein- und Auffahrt und unter der Allee eingangs Bahnhofstrasse realisiert.
  • Zwischen Hauptstrasse und Bahn entsteht ein grosszügiger Dorfplatz. Darauf wird weitestgehend auf eine feste Möblierung verzichtet. Damit wird Raum zur vielfältigen Nutzung geschaffen. Ein Wasserbecken soll Kühlung bringen; es kann bei Veranstaltungen überstellt werden. Die Anzahl schattenspendender Bäume wird gegenüber der bisherigen Planung erhöht, soweit es die untenliegende Tiefgarage erlaubt.
  • Die Bahnhofstrasse führt als Baumallee neu direkt auf das Bahnhofsgebäude zu.
  • Durch Kreisführung mit Einbahn im Gegenuhrzeigersinn und Temporeduktion auf 30 km/h wird der Verkehr auf dem Bahnhofvorplatz entschleunigt und beruhigt.
  • Der östliche Bahnhofplatz wird einheitlich gestaltet und der gesamte Bereich, inklusiv der heutigen Schotterhalden bei den Gleisen und der Freifläche im Seefeld für Langzeitparkplätze eingerichtet. Alleebäume spenden Schatten, ohne den Anwohnenden die Seesicht zu nehmen.
  • Die Oberflächen werden klimabedingt soweit als möglich sickerfähig ausgeführt. Der Platz weist einen Feinkiesbelag eingefasst durch Sandsteinbinder auf. Die Parkfelder werden entlang des Bahnhofstrasse mit ungebundener Granitpflästerung ausgeführt. Im Seefeld weisen sie einen sickerfähigen Belag auf. Einzig die Wege sind aus Asphaltbelag.
  • Der Bus nach Uznach erhält eine Anlegekante unmittelbar beim Bahnhof für einen Umstieg mit kurzen Wegen.
  • Das Angebot an Veloabstellplätzen wird vervielfacht.
  • Die Tiefgarage bietet rund 70 Plätze. Damit bleibt die Gesamtzahl öffentlicher Parkplätze erhalten. Sie hat sowohl Plätze für Dauer- und Langzeitparkende. Die Ein- und Ausfahrt weist eine Rampe für den schnellen Zugang zu Fuss zu den gegenüberliegenden Geschäften auf.
  • Ein Tiefgaragenaufgang weist einen Lift auf; der andere eine öffentliche Toilette.

Das Kantonsstrassenprojekt wird mit CHF 2'535'000 veranschlagt. Unter Berücksichtigung der Ohnehinkosten, der Sonderkosten und des gesetzlich zu tragenden Anteils resultiert eine Kostenbeteiligung der Gemeinde von CHF 742'000. Die übrigen Kosten gehen zu Lasten des Kantons.

Die kommunalen Teilprojekte inkl. Kantonsstrassenanteil belaufen sich auf:
Hauptperimeter: CHF 4'930'000.00
Nebenperimeter: CHF 1'070'000.00
Tiefgarage: CHF 5'630'000.00
Anteil Kantonsstrasse: CHF 742'000.00
Total: CHF 12'372'000.00

Der Baukredit wurde durch die Bürgerschaft im Herbst 2021 an der Urne genehmigt.

Die Baukosten wurden auf Preis-Basis von 2020 ermittelt. Der Baupreisindex (Basis Oktober 2020) betrug Ende 2025 116 Punkte. Dies entspricht einer jährlichen Teuerungsrate von 3%. Die MWSt. ist auf der Basis von 7.7 % berücksichtigt. Bereinigt per Ende 2025 beläuft sich der Kredit auf CHF 14.4 Mio.

Die bisherigen Aufwendungen belaufen sich auf:
Vorstudien (2012-2016): CHF 196’569
Vorprojekt / Bauprojekt «minus» (2017-2021): CHF 501’776
Genehmigungsprojekt (2022-5/2026): CHF 319’012       
Total: CHF 1'017’357

Die Vorstudien wurden durch jährliche Budgetkredite genehmigt. Vorprojekt und Bauprojekt wurden durch den Projektierungskredit von 2017 genehmigt. Die Aufwendung des Genehmigungsprojekts sind Bestandteil des Baukredits über CHF 12.4 Mio.

Der bisherige Planungsaufwand des Kantons beträgt CHF 342'094. Die Gemeinde hat sich zur Rückerstattung von 35%, entsprechend CHF 119'733, im Fall eines Projektabbruches verpflichtet.

Der Bund leistet aus dem Agglomerationsprogramm 4. Generation einen Beitrag. Die Zusicherung beläuft sich auf CHF 3.98 Mio.

Die öffentlichen Auflagen des Kantonsstrassenprojekts, des kommunalen Gestaltungsprojekts für den Haupt- und den Nebenperimeter sowie des kommunalen Tiefgaragenprojekts erfolgen koordiniert und gleichzeitig. Gegenstand dieser Auflage sind ebenfalls die jeweiligen Teilstrassenpläne und die Verfügungen der Kantonspolizei zu den Verkehrsanordnungen.

Die Werke gehen voraus. Die Wasserversorgung und die Gasversorgung haben im 3. Quartal 2023 die Leitungen in der Bahnhofstrasse (Ost) zwischen Hauptstrasse und Seefeld erneuert. Die Schmutzwasserkanalisation ist auf einer Länge von 80 - 100 m zwischen dem heutigen Parkfeld westlich des Seehofs bis zum Denner im offenen Graben mit Wasserhaltung zu erneuern.

Die Eindolung des Goldbergbaches, zuvor quer über den Bahnhofplatz wurde 2024 -2026 in der Kirchgasse neu verlegt.

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Hinweis: Die Werkleitungs- und Koordinationspläne sind rein informativ.